| Geschrieben von Feuerwind am 10.02.2007 16:03:59 (383 gelesen) Im Norden macht sich Gen-Mais breit
Bauern verdreifachen Anbau manipulierter Pflanzen
In MV macht sich Gen-Mais breit: Die Bauern verdreifachen 2007 den Anbau der manipulierten Körnerpflanzen. An 28 Standorten wollen sie auf 745 Hektar Gen-Mais aussäen – die zweitgrößte Anbaufläche in Deutschland. Nur Brandenburg stellt noch mehr ins Feld.<!--hrift Spationierung="-1r--> <!-- ort --><!-- autor -->Die Produzenten genmanipulierter Pflanzen haben Ostdeutschland entdeckt. Bauern und Saatgutfirmen wollen zwischen Ostsee und Thüringer Wald in diesem Jahr mit 3727 Hektar an 179 Standorten fast 99 Prozent aller für den Gen-Pflanzenanbau angemeldeten Felder bestellen, geht aus dem Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Bonn hervor. Während 2006 knapp 1000 Hektar mit Gen-Mais bestellt worden seien, registrierte das Bundesamt inzwischen bereits fast viermal so viele Anmeldungen. Allein in MV wurden mit 28 Standorten doppelt soviele Felder in die Aussaatpläne aufgenommen als vor einem Jahr.
Zwar sei die Akzeptanz des Gen-Anbaus unter den Bauern nach wie vor verhalten, sagte Alexander Hissting, Agrarexperte der Umweltorganisation Greenpeace, gestern in Hamburg. Die Zahl der Landwirte habe sich nicht erhöht. Es gebe aber massive Versuche, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auszuweiten, kritisierte er: „Jeder Quadratmeter ist zu viel.“ Wegen ungeklärter Haftungsfragen sei die Aussaat derzeit nicht zu empfehlen, warnten auch Landesbauernverband und Agrar-ministerium vor wirtschaftlichen Folgen.
Der so genannte BT-Mais soll verfüttert oder in Biogas-Anlagen eingesetzt werden. Westlichster Standort in MV ist dem Register zufolge ein Acker in der Region Ruthenbeck, wo 26 Hektar bestellt werden sollen. Vor allem aber entwickelt sich Vorpommern zu einer Super-Maisregion, kritisierte Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND). Dort wurden die meisten Flächen für den Freilandanbau angemeldet. Die Bauern wollen mit dem Gen-Mais dem Schädlingsbefall paroli bieten. Der BT-Mais sei so manipuliert, dass er ein eigenes Gift produziere, dass gegen den Maiszünsler tödlich wirkt. Der Mais habe aber zugleich auch Auswirkungen auf die wildlebenden Insekten, haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, erklärte Cwielag. Greenpeace zufolge sind einmal in der Umwelt freigesetzte Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar. Sie stellten eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar.<!--chrif--> |