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3 Tote: Geisterfahrer sorgen für Entsetzen
Thema: nachrichten Datum: 21.02.2009

3 Tote: Geisterfahrer sorgen für Entsetzen

Innerhalb von elf Stunden starben auf norddeutschen Autobahnen drei Menschen, weil Fahrer in falscher Richtung unterwegs waren. Die Identität des Toten auf der A 24 bei Neustadt-Glewe konnte gestern noch nicht ermittelt werden.



Neustadt-Glewe (OZ) Zwei tragische Unfälle mit Geisterfahrern schockieren den Norden. In der Nacht zu gestern verbrannte ein Mann in einem Auto auf der A 24 bei Neustadt-Glewe (Landkreis Ludwigslust), nachdem er entgegen der Fahrtrichtung in einen Lkw gerast war. Bereits Donnerstagmittag starben zwei Frauen bei einem Geisterfahrer-Unfall auf der A 1 bei Bargteheide in Schleswig-Holstein (OZ berichtete).

Trotz mehrerer Ausweichmanöver habe der Opel Vectra immer wieder auf ihn zugehalten, berichtete der Lkw-Fahrer den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt-Glewe, die um 1.15 Uhr mit als erste am Unfallort auf der A 24 in Richtung Hamburg eintrafen. Ihnen bot sich ein Bild des Grauens. Der Pkw hatte sich bis zum Hinterrad unter dem Lastwagen verkeilt und Feuer gefangen. Das Auto und die Kabine des Lkw brannten völlig aus.

Die Identität des bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Pkw-Fahrers blieb laut Polizei zunächst unklar. Es war ein Mann, aber nicht der Halter des Wagens aus dem Landkreis Parchim. Die Identität des Toten soll am Wochenende bei einer Obduktion geklärt werden.

Der 30-jährige Lkw-Fahrer hatte sich noch in Sicherheit bringen können. Er erlitt einen Schock. Sein Fahrzeug war ebenfalls im Kreis Parchim zugelassen. Mehrere Zeugen hatten den Unfall beobachtet. Die Aussagen wurden gestern ausgewertet. Der genaue Ablauf des Unfalls sei noch unklar, so die Polizei. Die Autobahn Richtung Hamburg blieb gestern zwischen Parchim und Neustadt-Glewe bis 9.30

Uhr gesperrt.

Bei dem Unfall elf Stunden zuvor bei Bargteheide hatte eine 81-Jährige die Auffahrt verwechselt und war mit ihrem Golf in falscher Richtung in einen Mazda gefahren. Für sie und die 56-jährige Beifahrerin im Mazda kam jede Hilfe zu spät.

„Die Häufung in diesem kurzen Zeitraum ist reiner Zufall“, sagte ADAC-Sprecher Matthias Schmitting gestern auf Anfrage der OZ. Die Auf- und Abfahrten in Mecklenburg-Vorpommern seien in den neunziger Jahren umfassend umgebaut und beschildert worden, um falsches Auffahren zu vermeiden. Schmitting: „Mehr kann man einfach nicht machen.“ Häufigste Ursachen für das Auffahren in verkehrter Richtung seien Desorientierung, Alkohol, Suizidabsichten und Mutproben. Dass vor allem ältere Menschen Geisterfahrer-Unfälle verursachen, trifft laut ADAC allerdings nicht zu. Das bestätigt auch eine erst in dieser Woche vorgestellte Studie der Allianz-Versicherung.

Quelle:Ostseezeitung




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